Die größten Vorteile von 4K

Filmen in Foto-Auflösung

Bei dem Stichwort 4K/UHD denkt man zuallererst an die vier mal höhere Auflösung, im Vergleich zu FullHD. In der Werbung wird nicht mehr von Videos, sondern von bewegten Live-Fotos gesprochen. Angesichts der Auflösung von 8 Megapixeln pro Einzelbild erscheint diese Aussage auch berechtigt, doch natürlich muss die Frage gestattet sein, wer überhaupt von 4K/UHD profitiert?

Um Aufnahmen in dieser Qualität (lassen wir uns die Begriffe 4K und UHD der Einfachheit halber synonym verwenden) genießen zu können, müssen 4K-fähige Bildschirme zunächst eine ausreichende Verbreitung finden. Fernsehsender werden gerade erst in HD-Qualität übertragen - bis hier 4K Einzug hält, wird es noch dauern. Streaming-Dienste wie Netflix oder Youtube sind hier technisch viel flexibler aufgestellt und können diese Hürde bereits nehmen. Mit Blue Ray Disks existieren auch Medien für die Wiedergabe von 4K-Material. Aber reicht das bereits aus? Und ist die höhere Auflösung tatsächlich so ein Gewinn?

Viele Haushalte empfangen Fernsehen immer noch in SD-Qualität und für die Betrachtung auf Smartphones und Tablets genügt FullHD-Auflösung ohnehin. Von dem erhöhten Speicherbedarf von Videos ganz zu schweigen. Was also das Thema Auflösung anbelangt gibt es definitiv ein Für und ein Wider - und für beide Seiten lassen sich definitiv Argumente finden.


Vollbild - voll gut

Es gibt jedoch noch ganz andere Punkte, mit denen 4K eindeutig punkten kann und bisherigen HD-Standards zeigt, wo der Hammer hängt. Die ITU-R-Empfehlung BT.2020 erlaubt für 4K-Videomaterial ausschließlich die Vollbildaufzeichnung. Kammartige Artefakte, lästiges Deinterlacing und das Handling von Halbbild-Videos ist damit endlich passé. Damit werden erstmals alte Zöpfe aus der Röhrenbildschirm-Ära abgeschnitten, die bis in die Rec.709-Empfehlung für HDTV reichten.


Galaktische Bildwiederholraten

Der 4K-Standard bekommt Bildwiederholraten von 24 bis zu 120 Hz spendiert. Die meisten Kinofilme haben 24 Bilder pro Sekunde und kaum ein Cineast beschwert sich über ruckelige Bilder. Wenn man weiß, was man tut, kann man also auch mit niedrigen Bildwiederholraten gelungene Filme produzieren, wozu dann übertriebene 120 Hz? Bei einer derartig schnellen Bildfolge kann nun wirklich kein menschnliches Auge noch Einzelbilder erkennen und als Ruckeln wahrnehmen.

Ein kleiner Vorteil der hohen Bildwiederholrate ist, dass sie gut in 60, 30 und sogar 24 Bilder pro Sekunde heruntergerechnet werden kann, da sie ein Vielfaches der genannten Raten ist. Noch flexibler wären allerdings 150 Hz - das kleinste gemeinsame Vielfache von 25 und 30, denn heute werden internationale Produktionen in 30 Hz ausgeliefert - deutsche Fernsehsender erwarten jedoch 25 Hz.


Farbräume im Vergleich

Viel viel viel mehr Farben

Die Empfehlung 2020 definiert eine Farbtiefe von 10 oder gar 12 Bits. Damit sind um ein Vielfaches mehr Farbabstufungen möglich, als mit 8 Bit. Doch damit noch nicht genug. Auch die äußeren Farbgrenzen wurden in 4K nach außen geschoben, so dass der Farbraum dank BT.2020 deutlich größer ist, als zuvor.

4K-Video ist weit mehr, als nur eine gestiegene Auflösung. Wann die kritische Masse erreicht wird, muss abgewartet werden. Auf jeden Fall ist es ein richtiger Schritt in die Zukunft, bei dem auch vor radikalen Neuerungen und Änderungen nicht Halt gemacht wurde.